Zur Geschichte der JVA Ravensburg

Vollzugsgeschichtliches aus Ravensburg

Der Grüne Turm wurde vom 15. Jhd. bis 1943 als Gefängnis benutzt.

Von 1747 bis 1751 wurde das Frauentor zum Kriminalgefängnis ausgebaut und genutzt. Von 1837 – 1892 wurde dieser Turm als Oberamtsgefängnis weitergeführt.

1876 wurde das „neue Gefängnis“ in der Herrenstraße fertiggestellt.

(Quelle:http://www.dsk-nsdoku-oberschwaben.de/fileadmin/benutzerdaten/dsk-nsdoku-oberschwaben-de/pdf/ravensburg/ravensburg-gefaengnis-rotes-haus-herrenstrasse-43.pdf)

27 Gefangene aus dem Frauentorturm wurden dorthin verlegt. Es war zunächst für 30 Gefangene ausgelegt. Verbunden mit der Haftanstalt war damals dort auch die Blutgerichtsbarkeit. Bis ungefähr 1930 wurden zum Tode verurteilte im Hof des Gefängnisses hingerichtet, bei jeder Hinrichtung läutete das „Armsünderglöckchen“ im Gipfel des Obertores.
Ende April 1945 hatten viele gefangene Ravensburger und Inhaftierte schwere Zeiten durchzustehen. Das Gefängnis war zeitweise mit bis zu 360 Menschen überbelegt.
Die Funktion eines Gefängnisdirektor wurde einem ehemaligen Gefangenen übertragen. In dieser Zeit wurde das Gefängnis um ein Drittel erweitert.

Mit Wirkung vom 1.Januar 1972 wurde das Landgerichtsgefängnis selbstständige Justizanstalt, angegliedert wurden die Außenstellen Bettenreute und Pfullendorf. Pfullendorf wurde am 30.09.1988 geschlossen.

Im Herbst 1979 wurde mit dem Bau einer neuen Justizvollzugsanstalt in Hinzistobel begonnen. Die alte Anstalt war zu klein geworden und entsprach auch nicht den Vorstellungen des 1977 in Kraft getretenen Strafvollzugsgesetzes.

Der erste Bauabschnitt der heutige „Strafbau“ wurde im Jahre 1982 bezogen. Im Mai 1986 wurden die letzten 70 Gefangenen aus dem „Roten Haus“ nach Hinzistobel verlegt, wo mittlerweile auch der zweite Bauabschnitt, der „U-Bau“ fertig gestellt war.
Die neue Anstalt war für 464 Gefangene ausgelegt; tatsächlich waren bis 580 Gefangene in Ravensburg.
Für das alte Gefängnis in der Herrenstraße am „Katzenlieselesturm“ endete im August 1986 eine über 100 jährige Ära in der Ravensburger Strafvollzugsgeschichte.

Nach ca. 30-jähriger Nutzung hat die JVA Ravensburg im Jahr 2013 ein neues Gesicht bekommen: Die Torwache wurde vollständig neu gestaltet und um einen Besuchereingangsbereich ergänzt. Zeitgleich konnte eine neu errichtete Besuchsabteilung und Frauenabteilung mit angeschlossenem Arbeitsbetrieb in Betrieb genommen werden.

Nun stehen der Vollzugsanstalt 486 Haftplätze im geschlossenen Vollzug zur Verfügung. Dazu kommen noch 108 Haftplätze im offenen Vollzug.

Das Freigängerhaus befindet sich gleich neben der Hauptanstalt und hat eine Kapazität von 69 Freigängern.

Die landwirtschaftliche Außenstelle befindet sich in Bettenreute, dort können in einem neu renovierten Wasserschloss bis zu 39 Gefangene untergebracht werden.